Wir trauern um Walter Georg Olms, Gründer des Georg Olms Verlages, Präsident des Asil Clubs, Ehrensenator der Stiftung Universität Hildesheim, Träger des Niedersächsischen Verdienstordens am Bande, der am 29. Juli 2026 verstorben ist.
Walter Georg Olms wurde am 4. Mai 1927 in eine Familie hineingeboren, die seit 1886 in Hildesheim als Buchhändler und Verleger wirkte.
Der Vater, Georg Olms, erhielt im Nationalsozialismus Berufsverbot, und so baute Walter Georg Olms nach dem Zweiten Weltkrieg, an dem er noch ganz jung teilnehmen musste, die Buchhandlung erneut auf. Aus dem wissenschaftlichen Antiquariat, das dazu gehörte, entwickelte er mit Weitblick einen Verlag, der sich dem Nachdruck geisteswissenschaftlicher Werke widmete. Diese wurden in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der jeweiligen universitären Fachbereiche sorgfältig ediert. Der Verlag erlangte internationales Renommee, gerade auch in den USA, wo ein Büro in New York etabliert wurde.
Aus diesem Renommee heraus und dank der auf Vertrauen gegründeten Verbindung mit maßgeblichen Vertretern und Vertreterinnen der Universitätsfächer sowie zu den wissenschaftlichen Bibliotheken, entwickelte der Verlag, unter Mitwirkung von Verlagsdirektor Dr. Eberhard Mertens, dann sein Programm der Neuveröffentlichungen, das heute seinen festen Platz in der akademischen Welt behauptet.
Schwerpunkte des Verlagsprogramms sind die Altertumswissenschaft, Philosophie, Jüdische Studien (besonderes Anliegen des Verlegers), Germanistik, Musikwissenschaft, Geschichte, Romanistik, Kunstgeschichte. Überdies war Walter Georg Olms ein Brückenbauer in die Arabische Welt.
Walter Georg Olms war eine Verlegerpersönlichkeit, eine Persönlichkeit: Allem voran stand sein Idealismus für den Geist, dessen Unterdrückung in der Diktatur er noch gekannt hatte, dann verlegerisches Handwerk und unternehmerische Verantwortung – Humor und Charme.
Eine Ära ist zu Ende gegangen. Es bleibt das Gefühl eines dauerhaften Verlusts, zugleich aber die Dankbarkeit, einem solchen Menschen begegnet zu sein.