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John Kevin Newman ; Frances Stickney Newman
Troy's Children. Lost Generations in Virgil's Aeneid

2005, XII/388 S.
Reihe: Spudasmata, 101
ISBN: 978-3-487-12810-8
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Beschreibung
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Vergils Aeneis hat man als ein Epos betrachtet, in dem die Verlierer der Geschichte, die Trojaner, bei Laurentum irgendwie, trotz Juno, zu den Gewinnern der Geschichte wurden, den Römern. Doch es gibt einen beunruhigenden Grundzug in dieser Dichtung, und das ist ihre Haltung gegenüber Kindern. Denn obwohl Kinder auf der Ara Pacis Augustae eine so bewegende Rolle spielen, bietet die Aeneis, als einziges kollektives, gewaltiges Bild der lebenden und heranwachsenden Generation, das verworrene, von Ascanius/Iulus angeführte Trojaspiel.
Diese Unbestimmtheit betrifft das ganze Bündel von Anspielungen des Epos auf Kinder und Geburt. Didos pathetisches Sehnen nach einem parvulus Aeneas wird am Ende durch Juturnas ewige Jungfräulichkeit aufgehoben. In mehreren Kapiteln untersucht dieses Buch Vergils Gebrauch der Begriffe rund um die Familie, seine impressionistische Poetik, seine Rhetorik des Verschweigens, seine „hohle“ Idylle, seine „gygische“ Vision und seine Träume und Alpträume, um zu zeigen, dass die Aeneis durch die Überbetonung des Stils unfähig war, Kraft und Leben einer neuen Generation darzustellen. Eine Appendix wirft die Frage auf, ob die Aeneis auch eine Art Herakleis ist. Doch Herakles war ein Held, der seine eigenen Kinder ermordete.
Dennoch konnte der Dichter dem Schattenreich auch Positives abgewinnen, insbesondere ein moralisches Lehrstück über die Gefahren endloser Wiederholung der Vergangenheit, und genau das leistet die Aeneis. Die letzten Kapitel über „Die Zukunft“ und „Der Vates“ machen dies deutlich.