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Johann Georg Ahle
Schriften zur Musik
Musikalische Gartenlust, 1687; Musikalische Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winter-Gespräche, 1695, 1697, 1699 und 1701; Kurze doch deutliche Anleitung zu der lieblich- und löblichen Singekunst, 2. Aufl. Mühlhausen 1704.

2. Reprint: Hildesheim 2008. Herausgegeben und eingeleitet von Markus Rathey, XXX/394 S., Leinen
ISBN: 978-3-487-13193-1
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Beschreibung
Fachgebiete

Das Verhältnis von Musik und Sprache war eines der zentralen Probleme von Kompositionspraxis und Musiktheorie im 17. Jahrhundert. Sensibilisiert durch das Sprachverständnis von Humanismus und Reformation und später angeregt durch die „Deutsche Poeterey“ von Martin Opitz und die sich allerorten bildenden Sprachgesellschaften entstanden ab 1600 vielfältige Reflexionen zur Beziehung von Wort und Ton. Einer der wichtigsten Autoren, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts viele dieser Überlegungen bündelte und durch eigene Bewertungen ergänzte, war der aus Mühlhausen in Thüringen stammende Johann Georg Ahle (1651-1706).
Ahle war gleichermaßen Dichter wie Komponist. In letzter Eigenschaft war er unmittelbarer Vorgänger Johann Sebastian Bachs als Organist in Mühlhausen. Ahle bemüht sich um einen Brückenschlag zwischen Poetik und Kompositionslehre. Sein Verständnis des Komponisten als „Melopoet“ macht deutlich, wie eng Sprache und Musik bei ihm miteinander verknüpft sind. Ausgangspunkt für das Komponieren ist für Ahle immer der Text, den es zunächst nach den Regeln der sprachlichen Rhetorik aufzubereiten gilt. Erst nach dieser Vorbereitung hat der Komponist den Text mit den Mitteln der musikalischen Rhetorik und der Figurenlehre in Musik zu „übersetzen“.
Neben diesen Überlegungen zur „musikalischen Poetik“, die den Schwerpunkt in Ahles Schriften bilden, befaßt sich der Autor mit Aspekten der Aufführungspraxis, der Instrumentenstimmung (wobei er sich bei der Frage der Temperierung auf die Seite Andreas Werckmeisters schlägt), mit musikalischen Gattungsfragen und dem – gerade zu dieser Zeit durch den Pietismus in Frage gestellten – Zusammenhang von Kunstmusik und Religion.