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Mirjam Litten
Bürgerrecht und Bekenntnis
Städtische Optionen zwischen Konfessionalisierung und Säkularisierung in Münster, Hildesheim und Hamburg.

2003, 372 S.
Reihe: Historische Texte und Studien, 22.
ISBN: 978-3-487-11885-7
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Beschreibung
Fachgebiete

"…gelingt der Autorin eine überzeugende Analyse der Motive, Interessen und Strategien der im frühneuzeitlichen Hamburg auf die Bürgerrechts-, Fremden- und Konfessionspolitik maßgeblich einflussnehmenden Kräfte. … hält die Studie nicht nur für diejenigen, die sich mit der Rechts-, Sozial- und Konfessionsgeschichte Münsters, Hildesheims und Hamburgs beschäftigen, sondern auch für eine allgemein an frühneuzeitlicher Stadtgeschichte interessierte Leserschaft wichtige Details und interessante Befunde bereit." (Westfälische Forschungen, 54/2004)

Zu den am häufigsten diskutierten Fragen unserer Zeit gehört die rechtliche Integration von Zuwanderern. Zugleich ist jedoch nur wenigen bekannt, daß dieses Thema bereits vor Jahrhunderten die Gemüter erregte und die Öffentlichkeit beschäftigte. Die frühneuzeitlichen Städte waren aufgrund ihres chronischen demo-graphischen Defizits auf Zuwanderer angewiesen, die sie durch die Verleihung des städtischen Bürgerrechts einzugliedern versuchten. Aufgenommen wurden vor allem diejenigen, die über ausreichende finanzielle Mittel verfügten und ihre Unbescholtenheit unter Beweis stellen konnten.
Durch die Konfessionalisierung im 16. und 17. Jahrhundert kam allerdings ein weiteres Aufnahmekriterium hinzu: das Bekenntnis. Die konfessionelle Pluralität stand im Widerspruch zur christlich-universalen Einheitsidee der Bürgergemeinde, deren aus dem christlichen Mittelalter herrührender sakraler Charakter durch die städtische Reformationsbewegung neu belebt worden war. Andersgläubigen wurde daher das Bürgerrecht lange Zeit verweigert.
Allmählich erkannten die Städte jedoch, daß Wohlstand und politische Selbstbebauptung auf Dauer nicht durch Abgrenzung, sondern nur durch Öffnung zu erreichen waren. Die häufig erbitterten Auseinandersetzungen, die in vielen Gemeinden jahrhundertelang um eine Balance zwischen (konfessioneller) Besitzstandswahrung und Modernisierung durch Integration geführt wurden, werden in dieser forschungs-geschichtlich relevanten Studie anschaulich dargestellt.