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Johannes Merkel
Hören, Sehen, Staunen
Kulturgeschichte des mündlichen Erzählens.

2., überarbeitete und erweiterte Aufl. 2018, 598 S., mit 35 z.T. farbigen Abb., Hardcover
Print on Demand
ISBN: 978-3-487-31182-1
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Beschreibung
Fachgebiete

Beim Stichwort „mündliches Erzählen“ denkt man hierzulande vor allem an „Märchen“, kurze und wundersame Erzählungen der Landbevölkerung vergangener Zeiten. Tatsächlich aber kannten alle Kulturen raffinierte Erzählkünste, die häufig auch Schriftliteratur und Theater inspirierten.
Aus historischen Berichten über Erzähler und ihre Auftritte, ethnologischen Forschungen und nicht zuletzt durch zahlreiche Erzählungen der verschiedenen Kulturen entsteht eine ebenso informative wie vergnügliche Kulturgeschichte des mündlichen Erzählens. Die bezeichnenden Formen und Funktionen der vielfältigen Erzähltraditionen ergeben ein schillerndes Bild der Kommunikationsform „Erzählen“: die Interaktion zwischen Erzähler und Hörern in den Dörfern Afrikas etwa, die Improvisationstechnik der Epenerzähler Mittelasiens oder die Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Erzählen im islamischen Orient.
Öffentliches Erzählen diente stets auch der Verständigung über Werte und Einstellungen. Die modernen Massenmedien können den interagierenden Erzähler nicht ersetzen, was verständlich macht, warum dieses „Urmedium“ neuerdings auch in der „Mediengesellschaft“ wieder eine überraschende Faszination ausübt.



---STIMMEN ZUM BUCH---

"Die vorgelegte Übersicht historischer und gegenwärtiger Erzählkulturen kann man, ohne zu übertreiben, als eine Welt-Neuheit bezeichnen, denn Ähnliches wurde bislang nicht vorgelegt (…) Die hier vorgelegte akademische Kulturgeschichte einer alten und doch immer wieder neuen Kunst, ausgeübt von Spezialisten wie von jedermann, zeichnet sich aus durch analytische Perspektive, wohlüberlegte Strukturierung und, nicht zuletzt dank der vielen hier aufgenommenen traditionellen Erzählungen, auch durch vergnügliche Unterhaltsamkeit." (Michael Nagel, Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, 17. Jahrgang 2015)

"Merkel kommt das große Verdienst zu, dem Leser die in der Fachliteratur verstreuten Kenntnisse über die historischen Erzählkulturen und ihre Erzählweisen anschaulich zu vermitteln. Er wollte kein Fachbuch über weltweite narrative Strukturen und soziale Funktionen der Erzähler schreiben, sondern dem Leser 'einen informativen Spaziergang durch wichtige öffentliche Erzählkulturen ermöglichen'. (S. 14). Das ist dem Autor bestens gelungen." (Dieter Schmidmaier, Marginalien, Heft 218, 2015/2)

"Das informative und gut lesbare Werk gibt vor allem Einblicke in die Praxis und rekonstruiert mündliches Erzählen, das ja schon durch die schriftliche Fixierung in eine paradoxale Situation gerät." (Ruth Neubauer-Petzoldt, Germanistik, Bd. 56, Heft 1-2/2015)

"Merkel, der über breite Literaturkenntnisse verfügt, beschreibt die Quellenlage, ordnet seine Befunde historisch ein, setzt unterschiedliche Schwerpunkte und vergleicht wiederholt Erzähler und Erzählweisen in verschiedenen Regionen miteinander. Darüber hinaus illustriert er seine Beobachtungen mit einer größeren Zahl von Geschichten, die er, je nach Bedarf, geschickt zusammenfasst oder breiter wiedergibt. Dank der Beispiele gewinnt sein Überblick an Überzeugungskraft und Unterhaltungswert." (Paul Goetsch, Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 253:1/2016)

„Es ist also kein Fachbuch im engeren Sinne, sondern eher ein unterhaltsames Lesebuch, das auch einem Laien den überaus bunten Kosmos des Erzahlens anschaulich zu machen versteht und zudem - auf solidem Grund des gegenwärtigen Wissens der Erzählforschung- durchaus auch für deren Weiterentwicklung nützliche Beobachtungen festhält.“ (Helge Gerndt, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2016)

„Nicht nur für Erzählforscher im engeren Sinne, sondern auch alle Literatur- und Medienwissenschaftler können von der Lektüre des Buches sehr profitieren. Dasselbe gilt sicher auch für alle diejenigen, in deren
Berufsalltag das Erzählen von Geschichten eine Rolle spielt oder spielensollte – von Lehrern und Didaktikern ebenso wie von Theologen.
Für denjenigen, der sich wiederholt und vertiefend mit Formen des mündlichen Erzählens beschäftigt, lohnt sich die private Anschaffung des Bandes, weil er aufgrund seiner Informationsfülle praktischerweise immer zur Hand sein sollte.“ (Till Kinzel, Informationsmittel IFB)