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Jeremias Gotthelf
Historisch-kritische Gesamtausgabe (HKG)
Herausgegeben von Barbara Mahlmann-Bauer und Christian von Zimmermann. Abteilung A: Romane. Band 2.1: Leiden und Freuden eines Schulmeisters. Synoptische Edition der Erstausgabe in 2 Teilen, 1838/1839, und der überarbeiteten Ausgabe in 4 Teilen, 1848. Drucktexte (2 Teilbände). Herausgegeben von Eveline Wermelinger und Christian von Zimmermann in Zusammenarbeit mit Matthias Osthof.

2017, 1118 S., mit 19 Abb., Leinen
ISBN: 978-3-487-15605-7
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Ergänzungen
Beschreibung
Fachgebiete

Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Martin Sallmann, Bern, Präsident; Prof. Dr. Arnd Beise, Freiburg; Prof. Dr. Wolfgang Lukas, Wuppertal; Dr. Dominik Müller, Genf; Prof. Dr. Heinrich Richard Schmidt, Bern; Prof. Dr. Silvia Serena Tschopp, Augsburg.

Mit der verharmlosenden Ankündigung, es handle sich um eine das Publikum wohl wenig interessierende Schulmeistergeschichte begleitete Gotthelfs einen zweiten Roman, als dieser unter dem Titel Leiden und Freuden eines Schulmeisters (1838/39) an die Öffentlichkeit trat. Freilich verharmlost Gotthelf damit den brisanten Inhalt seines Textes. Die Reform des Schulwesens war eines der zentralen Projekte der liberalen Bewegungen seit dem liberalen Umschwung 1830/31 gewesen. Schonungslos stellt Gotthelf in seinem Roman die Verhältnisse im Schulwesen, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen der Schulmeister dar, wie er sie sah. Der Roman berührt dabei nicht nur zahlreiche pädagogische Konzepte, sondern er profiliert auch die soziale Rolle des Schulmeisters. Erzähler ist der Primarschullehrer Peter Käser, der im Roman seine Lebensgeschichte ausbreitet. Den unmittelbaren Rahmen und Hintergrund des Romans stellt die allgemeine Primarlehrerprüfung dar, welche 1836 zur künftig leistungsbezogenen Lehrerbesoldung durchgeführt wurde. Käser wird von der Kommission als unfähig eingestuft.

Die kritische Neuedition bietet die Handschrift, beide Druckfassungen des Romans sowie handschriftliche Notizen. Als erster Teil der Edition erscheint 2017 die zweibändige synoptische Edition der beiden Druckfassungen. Die Edition ermöglicht es, den Text der Erstausgabe mit der späteren Ausgabe für deutsche Leserinnen und Leser zu vergleichen. Gotthelf reduzierte für die Zweitausgabe den lokal relevanten politischen Gehalt der Texte erheblich – wohl auch, da im Abstand von zehn Jahren viele Anspielungen nicht mehr dieselbe Bedeutung haben konnten. Der Anteil an Dialektwendungen und -begriffen ist ebenfalls deutlich reduziert worden. Die Edition ermöglicht im Detail einen Einblick in diese Bearbeitung.

Die komplexe Handschrift zum Roman weist Spuren von mehreren Bearbeitern (Korrektoren, Lektoren) auf, deren Arbeit wiederum von Gotthelf durchgesehen, akzeptiert oder verworfen wurde. Da vielfach einzelne Eingriffe nicht einer bestimmten Hand zugeordnet werden können, stellen sich erhebliche philologische Probleme bei der Bearbeitung. Dennoch versucht die Edition, so viel wie möglich vom komplexen Prozess der Textgenese zu rekonstruieren und Einblick in die dabei entstandenen Textstufen zu geben.