Programm
Service
Über den Verlag


Gesine Hauer
Hexenprozesse an der Ludoviciana
Die Spruchpraxis der juristischen Fakultät Gießen in Hexensachen (1612 - 1723).

2016, VIII/239 S., mit 20 Abb., Paperback
Reihe: Studia Giessensia, Neue Folge, 4
ISBN: 978-3-487-15446-6
Lieferbar!

39,80 EUR
(Preis inkl. Umsatzsteuer zzgl. Versandkosten)
Lieferzeit beträgt innerhalb Deutschlands bis zu 7 Arbeitstage / außerhalb Deutschlands bis zu 14 Arbeitstage


 

Beschreibung
Fachgebiete

„...zu wolverdienter straff, und anderen zum abscheulichen Exempel mit dem Feuer vom leben zum tod hinzurichten und zu bestraffen...“ lautete üblicherweise der Tenor, wenn eine sogenannte „Hexe“ aufgrund der ihr vorgeworfenen Zaubereihandlungen schuldig gesprochen wurde. Mit solchen Delikten hatte sich die Gießener Juristenfakultät im Rahmen ihrer Spruchtätigkeit u. a. zu beschäftigen, wenn sich ratsuchende Stellen - in der Regel Gerichte - während eines Hexenprozesses über den Fortgang oder die Beendigung eines solchen informieren wollten.
Diese Studie untersucht die in diesem Zusammenhang entstandenen Entscheidungen. Es handelt sich um einfache Rechtsbelehrungen, Gutachten und Urteile, die die Fakultätsmitglieder der Ludoviciana im 17. und beginnenden 18. Jahrhundert als rechtsberatende Institution in Hexenprozessen zu fällen hatten. Dabei wird zum Einen das Augenmerk auf den formellen Ablauf der Spruchtätigkeit in Hexensachen gelegt, zum Anderen der Gegenstand der Sprüche näher beleuchtet.
Die Möglichkeit der Hexerei wurde von den Gießener Juristen nicht angezweifelt. Die Studie zeigt aber, dass sie sich bei der Beantwortung der an sie gerichteten Fragen an einem strafrechtlichen System orientierten, so dass der Vorwurf der Willkür bei der Entscheidungsfindung in Hexensachen in nahezu allen Fällen keinen Halt findet. Dies gilt sowohl für die Fragen nach der Rechtmäßigkeit einer bevorstehenden Folteranwendung als auch nach der auszusprechenden Todesstrafe, die in der Regel auf Verbrennen zu lauten hatte.

--- STIMMEN ZUM BUCH ---

"Hauer schafft es mit der vorliegenden Arbeit, das komplexe Thema der ‚Spruchpraxis in Hexensachen‘ gründlich und interessant aufzuarbeiten und auch für Nichtjuristen und Laienhistoriker gut lesbar und verständlich darzulegen." (Wissenschaftlicher Literaturanzeiger, wla-online.de)