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Amrei Flechsig (Hrsg.); Stefan Weiss (Hrsg.)
Postmoderne hinter dem Eisernen Vorhang
Werk und Rezeption Alfred Schnittkes im Kontext ost- und mitteleuropäischer Musikdiskurse.

2013, 280 S., mit Notenbeispielen., Paperback
Reihe: Ligaturen - Musikwissenschaftliches Jahrbuch der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, 6
ISBN: 978-3-487-15015-4
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Beschreibung
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Der Band trägt "wesentlich zu einer Differenzierung der Debatte bei. Außerdem liefert er wertvolle Bausteine zu einer blockübergreifenden Musikgeschichte, vor allem der 1970er Jahre." /Stefan Keym, Die Tonkunst, Nr. 2. Jg. 8/2014)

Dem Aufkeimen postmoderner Tendenzen in der Musik der früheren „Ostblock“-Staaten widmet sich der sechste Band der Ligaturen. Als einem der Exponenten sowjetischer Neuer Musik fiel Alfred Schnittke in den 1960er bis 1980er Jahren eine zentrale Rolle in diesem Stilwandel zu: Seine polystilistische Schreibweise, vom Komponisten selbst als Reaktion auf den Verlust eines einheitlichen musikalischen Bewusstseins apostrophiert, scheint wie in einem Brennglas wesentliche Züge postmodernen Denkens wie Pluralität und Mehrfachcodierung zu vereinen. Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit diese nach heutiger Auffassung nahezu idealtypische Ausprägung einer musikalischen Postmoderne tatsächlich mit gleichzeitigen westlichen Konzeptionen zusammenhängt. Denn in der Sowjetunion der 1960er/1970er Jahre, in der die Doktrin des Sozialistischen Realismus noch Bestand hatte, musste Schnittke sich mit völlig anderen musikästhetischen Normen auseinandersetzen als die Komponisten des damaligen Westens, die eine „Korrektur an der Moderne“ vornahmen, nicht eine Korrektur am Traditionalismus. Weiterhin fragt der Band danach, ob und wie in anderen Ländern jenseits des eisernen Vorhangs ähnliche Gestaltungsprinzipien in das Repertoire von Komponistinnen und Komponisten einzogen und welche Auswirkungen der Stilwandel in Osteuropa insbesondere in den deutschsprachigen Ländern hatte.