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Hendrik Schulze
Französischer Tanz und Tanzmusik in Europa zur Zeit Ludwigs XIV.: Identität, Kosmologie und Ritual

2012, 494 S., mit 1 Frontispiz und zahlreichen Notenbeispielen., Hardcover
Reihe: Terpsichore – Tanzhistorische Studien, 7
ISBN: 978-3-487-14793-2
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Beschreibung
Fachgebiete

"Im Unterschied zu manch anderen Studien, in denen die vorab erläuternden theoretischen Konzepte in den folgenden Kapiteln oft kaum mehr auftauchen, achtet Hendrik Schulze immer wieder auf die Herstellung der Bezüge zwischen gewählten Methoden, Begriffen, Kosmologien der Zeit und konkreten Beispielen - was gerade im Kapitel zum Verhältnis von Tanz und Musik ein vertieftes Verständnis erst ermöglicht. Das hier ausgebreitete Repertoire an Denkmodellen, Methoden und Begriffen erscheint einem bereits vorgebildeten Leser nicht unbedingt fremd, überzeugt jedoch durch die Stringenz der Darstellung und die konsequente Verknüpfung mit den Fallbeispielen. Vieles mag dabei im Detail diskussionswürdig sein - aber gerade diese neue Sicht auf (scheinbar) Bekanntes macht die Untersuchung letztlich zu einer höchst interessanten und anregenden Lektüre." (Monika Woitas, Die Musikforschung 1/2014)

Der Tanz war eines der bedeutendsten Medien, um die Grandeur des französischen Königs Ludwig XIV. zu kommunizieren. Zeitgenossen sahen ihn als geradezu synonym mit dem Ausdruck französischer Identität an. Die europäische Tanzkultur war daher bald stark von der französischen dominiert. Doch wie wurde der dem französischen Tanzstil innewohnende Kommunikationscharakter im Ausland rezipiert?

Indem sie semiotische, hermeneutische und anthropologische Elemente verbindet, beschreibt und analysiert die Studie, wie mittels Barocktanz Inhalte vermittelt wurden, um welche Inhalte es sich dabei handelte und wie sie verstanden oder missverstanden wurden. Diskutiert werden unter anderem die Ballets de cour unter Ludwig XIV., Ballette in französischen und italienischen Opern der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Gesellschaftstanz in Frankreich, Deutschland, England und Italien sowie die Übernahme von französischen Tanzformen in die italienische Instrumentalmusik des späten 17. Jahrhunderts. In allen untersuchten Fällen erweist sich Tanz als eine Form symbolischer Kommunikation, die geeignet ist, soziale, ideologische und nationale Identitäten im Europa zur Zeit Ludwigs XIV. zu bestimmen.