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Arno Beyer
Andor der Spielmann. Ein jüdisches Musikerleben

2011, 279 S., Hardcover
Reihe: Lebensberichte – Zeitgeschichte
Olms Presse
ISBN: 978-3-487-08503-6
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Beschreibung
Fachgebiete

"Wer Andor Izsak kannte und kennt, findet ihn im Erzählstil wieder. Dem Autor Arno Beyer ist es gelungen, kurzweilig zu erzählen und die Person Andors unverkennbar durchschimmern zu lassen, aber auch eine allgegenwärtige Melancholie." (Felicitas Samtleben, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, rundschreiben Nr. 77/2011)

"Das Buch überzeugt nicht nur als Biografie, vor dem Leser wird auch ein wichtiger Teil der jüngeren Geschichte faktenreich ausgebreitet." (Ostseezeitung, 21. Oktober 2011)

"Das Buch hat den Klang einer Autobiographie in der Er-Form. Arno Beyer gelingt es, mit hoher Erzählkunst Leben und Streben Andor Izsáks so lebendig werden zu lassen, als sitze man ihm gegenüber und höre ihm zu." (Die Tonkunst, Januar 2013)

Die Lebensgeschichte, die hier erzählt wird, ist verwoben mit den politischen Wirren und den menschlichen Entwurzelungen des 20. Jahrhunderts. Der Zweite Weltkrieg im deutsch besetzten, den Judenverfolgungen unterworfenen Ungarn prägt die Kindheit, das Reglement der sozialistischen Gesellschaft Jugend und Erwachsenenleben.
Im Herzen einer strenggläubigen und frommen jüdischen Familie aufgewachsen, erlebt Andor Izsák die Berufung zur Musik als Leitstern und Konstante seines Lebens. Glaube und Musik führen ihn zur Wiederentdeckung der großen synagogalen Musik des 19. Jahrhunderts, und so wird es fortan seine Mission, dem jüdischen Gottesdienst diese Musik mit dem vollen Klang der Orgel zurückzugeben. In Deutschland, Hannover, kommt er schließlich seinem Ziel sehr nahe.
Leidvolles und Freudvolles berühren uns in diesen Erinnerungen, die aus dem Blickwinkel des Biographierten, in knappem, humorvollem, kurz: hinreißendem Stil festgehalten sind.

“Der alte Grünstein stellte eine Bedingung. Wenn er schon keinen ordentlichen Beruf hatte, dann musste László wenigstens beten lernen, und zwar richtig. Auf Hebräisch. Der Bräutigam sagte zu und hielt Wort. Vilmos auch. Er gab seinen Segen zu der Hochzeit”.
„In der Stimme des Kantors hörte Andor die reine Schönheit und den tiefen Glauben. Der Gesang erreichte seine Seele und sein Innerstes öffnete sich. Das konnte kein Gebet, kein Gesetz und keine Vorschrift erreichen. Dann, und nur dann, fühlte er sich dem mit Abraham geschlossenen göttlichen Bund wirklich zugehörig. Die Stimme verströmte jene vollkommene Harmonie, die auf Erden einen Halt bot, der in den weltlichen Geschäften nicht zu finden war. Auch nicht in den Künsten.“
„Einmal aber konnte sie doch überredet werden und kam mit. Während ihr Sohn spielte, saß sie in seiner Nähe.
Andor war voll konzentriert, der Kantor hub gerade zum »Amen« an, als Izabella versehentlich auf ein Pedal trat. Laut und durchdringend zischte der Ton der Orgel durch das riesige Gebäude. Die Gemeinde zuckte zusammen. Der Kantor begann von neuem. Kurz vor dem »Amen« hielt er inne: »Jetzt aber wirklich!«, kommandierte er. Andor griff in die Tasten.“

"Beyers Buch wird dereinst eine wichtige Quelle sein, (…). Beyer sieht den Mensch Andor Izsák mit Sympathie, den Musiker mit Respekt, dessen Verbundenheit mit den jüdischen Traditionen mit Hochachtung. Und er würdigt auch die Geschicklichkeit, mit welcher der Netzwerker Izsák für seine Musik 'mitten im Verteilungskampf des etablierten Kulturbetriebes' eintritt, indem er Unterstützer in Politik, Wirtschaft, Kirchen und medien mobilisiert (…)." (Simon Benne, in: HAZ, Nr. 135, 11.Juni 2011)