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Stefan Keym
Symphonie-Kulturtransfer
Untersuchungen zum Studienaufenthalt polnischer Komponisten in Deutschland und zu ihrer Auseinandersetzung mit der symphonischen Tradition 1867-1918

2010, XIV/672 S., mit zahlreichen Notenbeispielen und Anhängen.
Reihe: Studien und Materialien zur Musikwissenschaft, 56
ISBN: 978-3-487-14354-5
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Beschreibung
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"Für gewöhnlich haben großangelegte Analysen etwas Sprödes an sich. Hier ist es dem Autor jedoch gelungen, durch die Einbeziehung der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte dem Leben Stoff einzuhauchen. Ein umfassender, wenngleich allein aufgrund der Quellenlage und des Stoffumfangs keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erhebender Anhang mit tabellarischen Ausführungen etwa zu den Studienzeiten polnischer Komponisten im deutschsprachigen Raum sowie eine Aufführungschronik machen den hohen Wert dieser Studie auch als Nachschlagewerk aus." (Michael F. Runowski, Osteuropa 5/2012)

"Stefan Keym zeigt in seiner Habilitationsschrift (…) auf eindrucksvolle Weise auf, was es in der Musik des 19. Jahrhunderts auch jetzt noch alles zu entdecken gibt (…), so dass die Arbeit nicht nur in methodischer Hinsicht eine Pionierleistung darstellt, wenn sie das Konzept der Kulturtransferleistung nutzbar macht, sondern auch ein bislang kaum beachtetes Kapitel polnischer Musikgeschichte aufarbeitet." (Rüdiger Ritter, Die Tonkunst, Nr. 3. 5. Jg/2011)

"Keyms eindrucksvolle, auf ungewöhnlich breiter und ungewöhnlich unbekannter Materialbasis geschriebene Studie bereichert sowohl die Forschung zum Kulturtransfer um ganz neue Aspekte wie auch die Musik- und Kulturgeschichtsschreibung - die polnische um einen neuen Blick und die Heranziehung zahlreicher bislang nicht ausgewerteter Quellen, und die außerpolnische um einen bislang sträflich vernachlässigten Teil der europäischen Musikkultur." (Peter Oliver Loew, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-117)

"Keyms Buch ist eine echte Pionierleistung, die sich nicht etwa auf vorsichtige erste Schritte beschränkt, sondern in vieler Hinsicht bereits ausschreitet. Und damit deutet sich die symbolische, die kulturpolitische Bedeutung dieses Buches an. Was diese so sorgfältige, ernsthafte, intelligente, tiefgehende Behandlung eines Themas der polnischen Musikgeschichte bietet, ist (…) ein Dokument des Brückenbaus auf dem oft immer noch dornigen Terrain europäischer Aussöhnung und eine offenherzige Einladung zu weiterem Austausch zwischen polnischer und deutscher Musikwissenschaft." (Christoph Flamm, Die Musikforschung)

Die deutsch-polnischen Musikbeziehungen befanden sich um 1900 in einer besonders intensiven, aber auch spannungsreichen Phase. Obwohl sich das politische Verhältnis der beiden Nationen zunehmend verschlechterte, studierten damals die meisten polnischen Komponisten im deutschsprachigen Raum in Berlin, Leipzig oder Wien.
Der Autor untersucht, wie sich die Eindrücke, die die Komponisten während ihrer Studienaufenthalte sammelten, in ihrem symphonischen Schaffen niederschlugen, mit dem der späte Aufschwung der polnischen Orchestermusik begann. Bildungsweg, Musikanschauung und die symphonischen Hauptwerke der führenden polnischen Komponisten – von Zygmunt Noskowski über Ignacy Jan Paderewski und Mieczyslaw Karlowicz bis zum jungen Karol Szymanowski – werden detailliert analysiert und in einen breiten kultur- und gattungsgeschichtlichen Kontext gestellt.
Der methodische Ansatz der Kulturtransferforschung, die den Fokus auf Aneignungsprozesse der „aufnehmenden Kultur“ richtet, wird hier erstmals im Bereich der Instrumentalmusik angewandt. Darüber hinaus vermittelt das Buch ungewohnte Einblicke aus der Außenperspektive in die Instrumentalmusiktradition und das Musikleben – Ausbildungs-, Konzert- und Verlagswesen – Deutschlands im 19. und frühen 20. Jahrhundert.