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Lothar Pikulik
Schiller und das Theater
Über die Entwicklung der Schaubühne zur theatralen Kunstform.

2007, 159 S.
Reihe: Medien und Theater, 9
ISBN: 978-3-487-13502-1
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Beschreibung
Fachgebiete

Schillers vielzitierte Ansicht von der Schaubühne als „moralische Anstalt“ wird missverstanden, wenn man ihr in erster Linie die belehrende Mahnung zur Sittlichkeit zuschreibt. Sein Konzept begreift das Theater vor allem als ästhetische Institution und die Aufführung des Dramas somit vorrangig als künstlerische Verwandlung von Stoff in Form. Stoff ist nicht nur das Medium, die Bühne, sondern auch der dramatische Text, wenngleich das Theater, das Schiller im Sinn hat, ein Literaturtheater ist und sich in den Dienst der Poesie stellt. Form ist die Inszenierung, die seinerzeit zunächst aber als bloß äußere Organisation der Aufführung aufgefasst wird.
Die Entwicklung der Bühne zur theatralen Kunstform nach poetischen Maßstäben reifte erst allmählich heran. Die Erwartung des Zuschauers, das Spiel des Schauspielers, die Funktion des Regisseurs mussten sich wandeln. Das Improvisationstheater alter Schule hatte der disziplinierten und regulierten Darstellung zu weichen. Eine entscheidende Teiletappe wird bereits mit dem Weimarer Hoftheater erreicht, wo Goethe und Schiller zusammenwirken. Die Schaubühne ist schon hier zur autonomen ästhetischen Instanz geworden und deutet auf das seit Beginn des 20. Jahrhunderts dominierende Theaterverständnis voraus.