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ISBN: 978-3-487-13572-4
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Beschreibung

Im Zentrum dieser Studie steht die Funktionalisierung des Märchens in der deutschen Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Am Beispiel von fünf teils kanonisierten, teils wenig rezipierten Autorinnen und Autoren werden unterschiedliche Versuche analysiert, die ihre Zeit charakterisierende rasante Multiplizierung von Bedeutungen, Identitätskonzepten, Weltansichten mithilfe der Märchenform künstlerisch zu verarbeiten.
Die exemplarisch ausgewählten Texte von Amalia Schoppe, Heinrich Heine, Elisabeth Ebeling, Marie von Ebner-Eschenbach und Hugo von Hofmannsthal belegen, dass die für die Gattung typische zyklische Struktur der Märchenhandlung (Heimat-Auszug-Heimkehr) sowie die Reduktion von Welt auf binäre Oppositionen einerseits ein Raster für die Thematisierung und Überwindung der wachsenden Polysemie und Fremdheit von Welt bereithält. Andererseits bietet das Märchen als „Kanon der Poesie“ (Novalis) wie kein anderes Genre Raum zur Diskussion und Überschreitung gesellschaftlicher Identitätsgrenzen an und lädt zur Reflexion von vermeintlich fixen Werten sowie zur Konstruktion von Hybridität als alternativem Identitätskonzept ein.

Gabi Rosmarie Kathöfer ist Assistant Professor für German Studies an der Universität Denver, USA.