Über zwanzig Jahre nach dem Mauerfall steht die Wiedervereinigung Deutschlands und ihre Folgen längst im Zentrum wichtiger Werke der zeitgenössischen Literatur. Insbesondere haben sich natürlich Autorinnen und Autoren, die schon in der DDR schriftstellerisch tätig waren, dieses Themas angenommen.
Die vorliegende Studie widmet sich mit Monika Maron, Helga Schütz und Brigitte Burmeister drei namhaften Autorinnen, die auf ästhetisch unterschiedliche Weise Erinnerung als Erzählstrategie für die literarische Verarbeitung der DDR-Vergangenheit einsetzen. Ausgangspunkt der Analysen ist Monika Marons Roman "Animal triste", von dem aus sich Querverbindungen zu anderen Werken wie "Stille Zelle Sechs" und dem späteren autobiographischen Text "Pawels Briefe" ergeben. Auch ihre jüngeren Veröffentlichungen wie "Ach Glück" oder "Bitterfelder Bogen" werden dabei in den Blick genommen, der sich schließlich durch ausführliche Interpretationen von Helga Schütz "Vom Glanz der Elbe" und Brigitte Burmeisters "Unter dem Namen Norma" vergleichend öffnet.
Der Band wird ergänzt durch eine Reihe von aufschlussreichen Interviews, die die Autorin Ende der neunziger Jahre mit Maron, Schütz und Burmeister führte.
Die Autorin: Holly H. Liu, z. Zt. Assistant Professor of German am Alma College/Michigan. Forschungsbeiträge zu u.a. Gottfried Keller, Christa Wolf, Hermann Hesse, Thomas Mann, Erich Maria Remarque. Mitherausgeberin des Buches: Literatur im Jahrhundert des Totalitarismus. Festschrift für Dieter Sevin (2007).