"Mit Rahmeyers Edition liegt (
) eine Leseausgabe vor, die liebevoll einführend und würdigend viele Leser zu finden verdient." (Paul Kahl, Goethe-Jahrbuch 125/2008)
Dieses Buch präsentiert erstmals geschlossen den vollständigen, nach den handschriftlichen Originalen veröffentlichten Briefwechsel zwischen August Kestner (1777-1853) und Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Es erscheint anlässlich des 230. Geburtstages von Kestner, der als Legationsrat beim Heiligen Stuhl sowie als Kunstsammler und Mitbegründer des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom tätig war. Er war Sohn jener Charlotte Kestner, geb. Buff, die Goethe in jungen Jahren geliebt und in den Leiden des jungen Werthers als Lotte literarisch unsterblich gemacht hatte. Insofern war für den Dichter der Name Kestner zu Beginn ihrer Korrespondenz ein Vertrauenspfand.
Dioskuren waren sie nicht, zuweilen eher Kontrahenten, und doch einander näher, als ihnen lieb sein konnte, weil das Schicksal Kestner und Goethe in eine bewegende Korrespondenz führte: Dessen einziger Sohn, August, befand sich auf seiner ersten Italienreise, als er am 27. Oktober 1830 in Rom starb. August Kestner wurde zum unmittelbaren Zeugen des Unglücks und sah sich plötzlich in der beklemmenden Situation, Goethe den Tod seines Kindes mitteilen und für dessen würdige Beisetzung Sorge tragen zu müssen. Goethes Antwortschreiben vom 27. Dezember 1830, in dem der zutiefst erschütterte Vater nochmals alle Kräfte bündelt, um Kestner zu danken, zählt zu den beeindruckendsten Zeugnissen deutscher Briefkultur und steht im Zentrum dieser Korrespondenz, die von Ruth Rahmeyer kenntnisreich erläutert wird.
This book presents for the first time in a single volume the complete correspondence between August Kestner (1777-1853) and Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), based on the original manuscripts. It is published to mark the 230th anniversary of the birth of Kestner who was Legation Counsellor to the Holy See and was also active as an art collector and co-founder of the German Archaeological Institute in Rome. He was the son of Charlotte Kestner, née Buff, whom Goethe had loved when he was a young man and immortalised as Lotte in The Sorrows of Young Werther. This made the name Kestner a guarantee of trust at the beginning of their correspondence.
They were hardly inseparable friends, and sometimes more like adversaries, yet closer that could have been comfortable for them because fate brought about a moving correspondence between Kestner and Goethe: Goethes only son, August, was visiting Italy for the first time when he died on 27 October 1830 in Rome. Kestner witnessed the accident and found himself suddenly in the awkward situation of informing Goethe of his sons death and arranging a suitable burial. Goethes reply of 27 December 1830 in which the deeply shaken father gathers all his strength to thank Kestner is one of the most impressive examples of German letter-writing and stands at the centre of this correspondence, expertly edited and annotated here by Ruth Rahmeyer.