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Moritz Wolff
Muhammedanische Eschatologie
Nach der Leipziger und Dresdener Handschrift zum ersten Male arabisch und deutsch mit Anmerkungen.
Leipzig 1872. Reprint: Hildesheim 2004.
XVIII/328 S. mit zahlreichen Abb.
Leinen
Reihe: DOCUMENTA ARABICA, TEIL 2: ETHNOLOGIE - LITERATUR - KULTURGESCHICHTE
ISBN: 978-3-487-12629-6 49,80 Eur
  
Im Jahre 1872 fertigte Moritz Wolff, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Gothenburg, unter dem Titel Muhammedanische Eschatologie die erste deutsche Übersetzung einer frühen arabischen Abhandlung an, die über Jahrhunderte in Vergessenheit geraten war. Obwohl eine genaue Datierung des Textes und eine Identifizierung seines Verfassers bis heute nicht gelungen sind, wurde seine inhaltliche Bedeutung schnell erkannt.
Es handelt sich um ein außergewöhnliches Glaubensdokument, das vor allem die Jenseitsvorstellungen des Islam widerspiegelt und damit ins Zentrum dieser Religion vordringt. In einer metapherreichen Sprache wird der Gang der Seele nach dem Tod beschrieben. Die poetische Kraft der Beschreibungen des Jüngsten Gerichtes, der Hölle und des Paradieses übt bis heute auch auf nichtgläubige Leser einen hohen ästhetischen Reiz aus. Gerade in heutiger Zeit, in der die Differenzen zwischen den Religionen in der politischen Diskussion im Vordergrund stehen, ist es interessant zu sehen, wie stark die islamischen Jenseitsvorstellungen mit denen des Christentums und des Judentums konvergieren. Die vorliegende zweisprachige Ausgabe macht dieses wichtige Dokument in der einfühlsamen Übertragung Wolffs wieder zugänglich.


In 1872 Moritz Wolff, Rabbi of the Jewish congregation in Gothenburg published the first German translation of an early Arabic treatise which had lain neglected for centuries, giving it the title Muhammedanische Eschatologie. Although the exact date of the text and the identity of its author still remain unknown, the significance of its content was quickly recognised.
The work is an extraordinary document of faith which reflects the Islamic conception of the afterlife and thus penetrates to the very heart of this religion. The progress of the soul after death is described in language rich in metaphor. The poetic force with which the Last Judgement, Hell and Paradise are evoked still has a strong aesthetic appeal even for non-believers. Especially today, when religious differences are in the foreground of political debate, it is interesting to see how closely the Islamic conception of the afterlife converges with those of Christianity and Judaism. This bilingual edition makes Wolff’s sensitive rendering of this important document available once again.