"Die Studie ist gut lesbar geschrieben und zitiert ausführlich aus Biografien und Briefausgaben. Sie enthält zwar keine kontroversen Themen, wird aber für Studierende interessant sein, die einen persönlichen Zugang zu diesen Autoren und die in ihren Werken thematisierten Beziehungen suchen. Darüber hinaus ist das Buch biografisch und kulturgeschichtlich Interessierten zu empfehlen." (Waltraud Maierhofer, German Studies Review 30,3/2007)
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) mit großer Detail- und Textkenntnis spürt der langjährige Leiter der Kieler Goethe-Gesellschaft der Bedeutung von Verlobungen in Leben und Werk so großer Literaten wie Goethe, Novalis, Fontane und Kafka nach. Er zeigt zahlreiche Querverbindungen zwischen verschiedenen Werken auf und erfreut den Leser mit einer spannenden Galerie entlobter Dichter - von Wieland bis Storm." (Flensburger Tageblatt, Nr. 272, 19. Nov. 2004)
Wer heute in Tageszeitungen nach Verlobungsanzeigen sucht, wird selten fündig werden. Die Verlobungszeit als Prüfung und Vorbereitung für eine lebenslange Verbindung hat ausgedient, während sie noch vor wenigen Jahrzehnten zumindest eine gesellschaftliche Konvention war, die es zu beachten galt.
Immer wieder haben sich auch Schriftsteller dem Thema der Verlobung in Erzählwerken und Dramen gewidmet. Dabei schöpften sie häufig aus eigenem Erleben und Erleiden. Mittels eines amüsanten und materialreichen Streifzugs durch Biographien und Werke deutscher Dichter von der Weimarer Klassik bis zur unmittelbaren Gegenwart stellt das vorliegende Buch das Thema Verlobte in der Literatur und im Leben erstmals in umfassender Weise dar.
Nicht nur Goethe war das Verlobungsthema so gegenwärtig, daß er es mehrfach verarbeitete. Für Novalis war es von existentieller Bedeutung. Und wer hätte je bedacht, wie weitreichende Konsequenzen es für Fontanes gesamtes literarisches Schaffen hatte, zumal er den Entschluß, sich zu verloben, als glücklichsten Gedanken seines Lebens bezeichnete? Franz Kafkas Verlobungen wiederum eröffneten ihm die Möglichkeit, sich aus der patriarchalischen Enge seiner Familie zu befreien. Die Unabgeschlossenheit seiner Beziehungen und seiner Romane stehen - so eine der vielen erhellenden Erkenntnisse des Autors - in einem unittelbaren Zusammenhang.
Auf ganz unterschiedliche Art erscheint das Verlobungsthema auch in zahlreichen Romanen, darunter Thomas Manns Buddenbrooks, und auf der Bühne, insbesondere in Mozarts fünf Meisteropern. Eine imponierende Galerie der entlobten Dichter mit neun Fallstudien beschließt diesen Band.
Wolfgang Butzlaff, promovierter Romanist und Germanist, leitete viele Jahre hindurch die Kieler Goethe-Gesellschaft. Als Theater-, Musik-, Kunst- und Literaturkritiker schrieb er zahlreiche Rezensionen, hielt im In- und Ausland Vorträge und veröffentlichte Aufsätze über literarische Themen. Nach dem Roman Nachtkonzert (1995) und dem Erzählungsband Es kommt alles ganz anders (1999) erschien im Jahre 2000 im Georg Olms Verlag eine Sammlung seiner Goethe-Studien unter dem Titel Trostlos zu sein ist Liebenden der schönste Trost (ISBN 3-487-11154-3).