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Stefan Wilking
Der Deutsche Sprachatlas im Nationalsozialismus
Studien zu Dialektologie und Sprachwissenschaft zwischen 1933 und 1945.
2003.
X/270 S.
Broschur
Reihe: GERMANISTISCHE LINGUISTIK Heft 173-174/03
ISBN: 978-3-487-11976-2 49,80 Eur
  
Zusatzinformation
Inhaltsverzeichnis
"Zum ersten Mal untersucht diese Studie die Frage, welche Folgen die Machtübernahme der Nationalsozialisten für den Deutschen Sprachatlas hatte." (Geschichte der Germanistik, 2004, 25/26)

Der „Deutsche Sprachatlas“ in Marburg zählt zu den bedeutendsten Forschungsinstituten der deutschsprachigen Germanistik. Mit dem gleichnamigen Kartenwerk, das dort entstand und die räumliche Verbreitung dialektaler Erscheinungen darstellt, entwickelte sich seit 1876 die Dialektographie, die als Teildisziplin die Dialektologie in Deutschland bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich bestimmte.
Zum ersten Mal untersucht diese Studie die Frage, welche Folgen die Machtübernahme der Nationalsozialisten für den Deutschen Sprachatlas hatte. Unter Rückgriff auf unveröffentlichte Akten aus den Beständen verschiedener Archive wird untersucht, ob seitens der Machthaber ein politisches Interesse bestand, durch organisatorische und institutionelle Veränderungen den Sprachatlas und die Dialektologie in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Nachgegangen wird einer inhaltlichen Politisierung der Dialektologie, um im Namen der Wissenschaft Vorstellungen und Ziele des Regimes zu legitimieren. Im Fokus steht dabei besonders der Versuch, die Fachdiskussion über Dialektgrenzen mit der nationalsozialistischen Stammeskunde zu verknüpfen.

The ‘Deutsche Sprachatlas’ in Marburg is one of the most important research institutions for German studies in the German-speaking world. From 1876 onwards the cartographical work of the same name, which was created there and illustrates the geographical spread of dialect features, contributed to the development of dialect geography. As a sub-discipline, this decisively influenced the study of dialectology in Germany until the middle of the last century.
For the first time this study explores the consequences of the National Socialist seizure of power for the Deutsche Sprachatlas. Using unpublished documents from various archives the author investigates whether those in power had a politically motivated desire to influence the Atlas according to their own ideology through organisational and institutional changes. Evidence is sought of a politicisation of the content of dialectology intended to legitimise the ideas and goals of the regime in the name of science. There is a particular focus on attempts to link the academic discussion of dialect boundaries with National Socialist racial theories.